Vorphase: Ein approbierter Psychotherapeut mit Trauma-expertise bzw. ein Kinder-u. Jugendlichen-Psychotherapeut untersucht Kind und Familie, wenn bei dem Kind Symptome wie oben beschrieben zu beobachten sind und erhebt eine Anamnese, evtl. unter Zuhilfenahme eines Dolmetschers, damit die Geschichte auch gut verstanden und dokumentiert  werden kann. Die Untersuchung erfolgt bei einem approbierten 

Psychotherapeuten (Eintrag im Arztregister, ggfs. KV-Zulassung), oder einer geeigneten Ambulanz mit Untersuchungsinstrumenten, die sich in der Flüchtlingsversorgung als hilfreich erwiesen haben: DSRS zur Abschätzung des Schweregrades des depressiven Syndroms, Fragebögen für Somatogene Dissoziation, sowie den UCLA-Child-PTSD-Reaction Index und Children Impact of Event Scale(CRIES-8), bzw. für die Jugendlichen Impact of Event Scale (IES-8) für die Traumabelastung. Die Fragebögen sind in unterschiedlichen Sprachen vorhanden. Verfügbare Sprachen sind englisch, arabisch, farsi und dari, kurdisch und pashtu.

Hat das Kind Hilfe nötig, ist aber nicht schwer traumatisiert, wird es am besten quartalsweise z.B. an einem Nachmittag in der Woche (oder in der Schule, wenn es eine Übergangsklasse besucht und die Schule Zeit und Raum zur Verfügung stellt) mit bis zu neun anderen Kindern, die auch alle je von einem TraumaHelfer begleitet werden in Anwesenheit des erfahrenen Psychotherapeuten behandelt, der „on the flight“ supervidiert.

Die Gruppe beginnt mit einem gemeinsamen Lied, das bereits Stabilisierungstechniken beinhaltet, dann folgen 10-15 Minuten Spielphase, Emotionsregulation und Dokumentation, eine zweite gemeinsame Stabilisierung, eine zweite Spielphase und dann ein gemeinsamer Abschluss. Im Anschluss daran gibt es dann noch eine ca. 45 Minuten dauernde Nachbesprechung unter den TraumaHelfern mit dem Psychotherapeuten. Nach zehn Therapieeinheiten(in der Regel innerhalb von 10 Wochen) ist die Behandlung beendet.

Ältere Kinder und Jugendliche wollen nicht mehr mit Sand und Spielfiguren spielen, hier nutze wir unser Konzept „PARTNERS“, das angeleitetes Malen und Zeichnen, therapeutisches Schreiben, Erfassung der Biografie  und Bearbeitung der belastenden Erlebnisse mit emotionsfokussierenden Stabilisierungstechniken durch bilaterale Stimulation strukturiert verbindet. Auch das wäre in der Gruppe ohne Assistenz der TraumaHelfer nicht denkbar.

Den TraumaHelfern bieten wir über die besagten Behandlungstechniken hinaus erprobte und wissenschaftlich belegte Selbststabilisierungstechniken zur unmittelbaren Entlastung und Psychohygiene an, sowie internetgestützte pseudonymisierte Vorher-Nachher Selbstuntersuchungen mittels Fragebögen, um die eigene Belastung während der TraumaHelfer Tätigkeit festzustellen. 

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